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Tattva

Tattva

Die Tattvas oder Tattwas sind die Elemente der Chakras

Die Energien jedes Chakras werden durch ein Natur-Element, ein Tattva charakterisiert. Die Elemente oder Tattvas sollen helfen, das Verständnis für die Wirkungsweise des einzelnen Chakras zu schaffen. Beim Umgang mit den Chakras ist es immer wichtig, sich bewusst zu machen, dass alle Chakras untereinander in Wechselwirkung stehen. Jede Einflussnahme auf eines der Chakras wirkt sich auf alle anderen Chakras aus.

Erde Tattva – Element Erde im Muladhara-Chakra Ch1_Yantra

Das Muladhara-Chakra ist mit dem Erdelement verbunden. Hier geht es um Festigkeit und Stabilität. Wer ein geschwächtes Muladhara-Chakra hat, der ist nicht sonderlich stabil in seiner Persönlichkeit und oft auch in seinem Körpersystem.

Zum Muladhara-Chakra gehören die Elemente unseres Körpers, die Festigkeit geben. Das sind in erster Linie die Knochen. Wenn wir Probleme mit unserer Knochenfestigkeit entwickeln, dann erschüttert das unser gesamtes Wesen. In diesen Bereich gehört z. B. die Osteoporose.

Auch die Füße, Knöchel, Knie und Beine sind dem Muladhara-Chakra zuzuordnen. Wer Probleme mit seinen Füßen hat, steht nicht stabil auf seinen Beinen, hat einen unsicheren Gang und strahlt diese Unsicherheit in seiner Haltung und seinem gesamten Wesen aus. Wer seine Beine gar nicht mehr gebrauchen kann, benötigt in seiner Lebensführung die Unterstützung lieber Menschen, auf die er sich stützen kann. Die ihm die Beine ersetzen.

Das Muladhara-Chakra gibt uns den Halt, die innere Festigkeit, damit wir nicht gleich aus der Bahn fliegen, wenn es stürmt. Das “aus der Bahn fliegen” bezieht sich auch darauf, dass das Erdelement, nämlich die Bahn, zu schwach ist, uns zu halten. Dazu kann man sich im übertragenen Sinne das Eisenbahngleis vorstellen, oder auch die Autobahn. Sowohl Eisen als auch Asphalt repräsentieren das Erdelement, die Festigkeit. Ohne einen ausreichend festen Untergrund haben wir keinen Halt.

Dasselbe gilt für den Hausbau: die früheren Häuser aus Lehm oder Holz waren vor allem dann stabil, wenn sie auf einem Steinfundament ruhten. Noch etwas später, als Steinhäuser immer beliebter wurden, waren die Häuser noch stabiler, da ganz aus Fels gebaut. Nichts hält auf dieser Welt so lange wie Fels oder Stein.

Wasser Tattva – Element Wasser im Swadhisthana-Chakra

Yantra des Swadhisthana Chakra
Yantra des Swadhisthana Chakra

Das Swadhisthana-Chakra repräsentiert das Wasserelement. Damit sind Fähigkeiten gemeint, wie mit den Ereignissen zu fließen, gleichzeitig anpassungsfähig und kraftvoll zu sein. Mit Ausdauer als steter Tropfen den Stein auszuhöhlen, aber auch als Tsunami Grenzen zu überwinden. Die Fähigkeit, nahezu alle Materialien zu durchdringen und zusammen mit dem Erdelement die Basis für neues Leben, neue Projekte zu schaffen. Sich als Dunst weitmöglichst auszubreiten, sich als Tropfen zusammenzuballen und vom Himmel zu fallen, in den Boden einzudringen, als Lösungsmittel Stoffe aufzunehmen und zu transportieren, pflanzliche und tierische Lebewesen zu versorgen, sich in Bach- und Flussbetten zu sammeln und als Strom immer stärker und kräftiger (aber auch träger) werdend sich in den Ozean zu ergießen, Schiffe zu tragen und im Meer in die Wassermassen einzugehen und sich ab und zu als Welle über die Masse zu erheben. Ein bewegtes Leben mit vielen Facetten.

In unserem Körper wird das Wasserelement repräsentiert durch die verschiedenen Körperflüssigkeiten wie Blut, Lymphe, Harn, aber auch durch die Gelenke: Sind sie zu trocken bzw. mangelt es an der Gelenkschmiere (Synovial-Flüssigkeit), dann werden sie steif, entzünden sich, schmerzen. Das Ergebnis ist Arthrose, Arthritis, Gicht usw.

Bereiche und Organe in unserem Körper, die überwiegend vom Swadhisthana-Chakra gesteuert werden, sind in erster Linie die paarigen Bauchorgane: der Harnapparat von den zwei Nieren über beide Harnleiter und die Blase zur Harnröhre, die Hüftgelenke als zentrale Instanz unserer Geschmeidigkeit (eine Wasser-Eigenschaft), die Eierstöcke bzw. Hoden, das ISG (Ilio-Sakral-Gelenk).

Das Swadhisthana-Chakra mit dem Wasserelement steht für die kraftvolle Geschmeidigkeit, mit der wir flexibel und stark auf sich ändernde Umstände in unserem Leben reagieren. Fehlt die Geschmeidigkeit, dann sind wir unflexibel und starr. Fehlt die Kraft, dann sind wir schwach und hilflos. Kein anderes Element repräsentiert die Kombination und Integration zweier anscheinend so gegensätzlicher Eigenschaften wie das Wasser. Es ist aufnahmefähig, trägt die größten Lasten, wäscht Steine und Felsen aus, durchdringt die feinsten Ritzen, bewegt alle anderen Elemente, bringt Leben.

Feuer Tattva – Element Feuer im Manipura-Chakra

Yantra des Manipura Chakra
Yantra des Manipura Chakra

Das Manipura-Chakra repräsentiert das Feuer-Element. Feuer steht für die innere Wärme, die wir haben, aber auch für unsere Energie, mit der wir die Dinge anpacken sowie für den Stoffwechsel bis auf Zellebene. Mit der Aktivierung des Manipura-Chakra aktivieren wir unseren Zellstoffwechsel. Dadurch haben wir mehr Energie auf der körperlichen und auf allen anderen Ebenen. Das Feuer ist auch repräsentiert durch die Sonne, das Licht und die Wärme, die sie uns schenkt. Und so wie die Sonne auch mal zu stark sein kann, so kann auch unser Manipura-Chakra zu stark oder zu schwach sein.

Zum Manipura-Chakra gehören die Organe, die unmittelbar mit unserem Stoffwechselgeschehen verbunden sind, die die Energie für unser Leben liefern, die der Transformation von Nahrung in Energie dienen: Leber, Bauchspeicheldrüse, Magen, Dünndarm.

Das Element Feuer repräsentiert das Prinzip der Transformation. Transformationsprozesse sind Veränderungsprozesse in unserem Leben: Aufbauende Prozesse wie Wachstum und Lernen, sowie abbauende Prozesse wie Verfall und Degeneration.
Jeder Degenerationsprozess ist ein Umwandlungsprozess, bei dem etwas von einem Zustand in den nächsten transformiert wird. Moderndes Holz wird durch Mikroorganismen in nahrhaften Humus transformiert, trockenes Holz durch Feuer in Licht und Wärme.

Jeder Stoffwechselprozess ist ein Umwandlungsprozess und steht mit dem Feuerelement in Verbindung: Wenn etwas vermodert, dann befindet sich das Feuerelement in den Mikroorganismen, die den Abbau vollziehen, um etwas anderes aufzubauen. In einem lebendigen Lernprozess befindet sich das Feuer in der geistig-emotionalen Bewegung, die wir erleben.

Wenn wir uns der Transformation verweigern, dann verweigern wir uns dem Leben. Dies geschieht z. B. aus Faulheit oder Erschöpfung, aber am häufigsten aus einer falschen Vorstellung von “Lebensqualität” heraus. Manche Menschen glauben, wenn sie es sich leisten können, nichts mehr tun zu müssen, dann ist das toll.

Das Problem dabei ist: Wenn wir das Feuer nicht in uns haben und es gut pflegen, um mit seiner Energie zu wachsen, dann befindet es sich in den Prozessen, die uns abbauen – wir verrotten. Daher ist es besser, selbst das Feuer in sich zu haben, als es anderen zu überlassen.

Luft Tattva – Element Luft im Anahatha-Chakra

Yantra des Anahatha Chakra
Yantra des Anahatha Chakra

Das Anahatha-Chakra repräsentiert das Element Luft in unserem Leben und in unserem Körper. Wer zu wenig Luft hat, kann sich nicht entfalten, wer zu viel davon hat, wird “zu luftig”, wird leicht umgepustet usw. Es geht also um das Ausmaß von Leichtigkeit und Behändigkeit in unserem Leben. Luft ist Träger von Musik, Klang und Duft, den Lebenselementen, die unser Herz anrühren können. Unsere Fähigkeit, andere Menschen zu Herzen zu rühren, spielt auch eine Rolle.

Im physischen Körper ist das Anahatha-Chakra verbunden mit dem Herzen, sowie auch mit dem unteren Teil des Atmungssystems. Die feinstoffliche Kraft unseres Herzens und die physische Kraft unseres Herzens entwickeln sich miteinander. Wer Herzprobleme hat, der hat auch oft Probleme mit der Luft, bekommt keine Luft. Wer ein großes Herz hat, das ist ein Mensch, dem nicht so schnell “die Luft ausgeht”, der andere Menschen berührt. Auch der Tastsinn steht mit dem körperlichen Aspekt des Anahatha-Chakra in Verbindung.

Raum Tattva – Element Raum oder Äther im Vishuddha-Chakra

Yantra des Vishuddha Chakra
Yantra des Vishuddha Chakra

Das Vishuddha-Chakra ist mit dem Element Raum verbunden. Es gilt als das reinste aller Chakras. Damit ist gemeint, dass nach Abzug aller anderen Elemente (Erde, Wasser, Feuer, Luft) lediglich der reine Raum übrig bleibt. Es ist der Raum, in dem sich der gesamte Kosmos manifestiert, aber auch der Raum, in dem du vielleicht gerade sitzt. Es ist das Prinzip “Raum” auf allen Ebenen.

Körperlich ist das Vishuddha-Chakra präsent in dem Raum zwischen zwei Knochen, dem Gelenkspalt. Es ist auch präsent in allen Körperhöhlungen und Zwischenräumen. Es reguliert den Raum, in dem wir unsere Aktivität entfalten über die Schilddrüse (bei Unterfunktion sind wir zu schlapp, um weit zu laufen; bei Überfunktion ist die Reichweite wesentlich größer) und die Organe, die mit Kommunikation zu tun haben. Sie regulieren unsere Reichweite, den Raum, in dem wir präsent sind, den wir überbrücken können: Sprechorgane und Gehör.

Wichtige Menschen beanspruchen ein großes Revier, also viel Raum, sie leben in einem Palast. Menschen, die sich für unwichtig halten, wissen mit so viel Raum gar nichts anzufangen. Sie leben in einer kleinen Hütte. Das drückt sich auch in der Körperhaltung aus: Palast-Bewohner haben eine stolze, aufrechte Haltung, einen geraden Hals und genießen den Weitblick, der sich daraus ergibt. Hütten-Bewohner ziehen Kopf und Schultern ein und knicken den Hals, um sich klein zu machen. Sie beschränken ihren Blickwinkel auf den Boden vor ihren Füßen.

Daraus ergibt sich: Willst du durch deine Präsenz beeindrucken, Menschen mit einem Vortrag erreichen oder durch deine Ausstrahlung überzeugen, dann arbeite an deinem Vishuddha-Chakra. Die immense Halskrause einiger Clowns-Kostüme oder der herrschaftlichen Kleidung alter Zeiten ist übrigens eine Darstellung des Vishuddha-Chakras.

Geist Tattva – Element Geist im Ajna-Chakra Ch6_Yantra

Beim Geist-Tattva scheiden sich die Geister ob es das überhaupt gibt. Nehmen wir mal an der Geist wäre ein Element. Dann würde folgendes gelten:

Das Ajna-Chakra steht für das Geistige Element, welches alle Dinge durchdringt. Sowohl die unbelebte Natur wie Steine, Wasser, usw., als auch die belebte Natur wie Pflanzen, alle Arten von Tieren und den Menschen. Ohne das geistige Element könnten die anderen Elemente (Raum, Luft, Feuer, Wasser, Erde) nicht existieren.

Das Element Geist umfasst die Naturgesetze, die Regeln nach denen der Zufall eintritt, und alles was mit Statistiken und Naturgesetzen zu tun hat. Der Geist-der-in-allen-Dingen-ist regelt, was die Teilchen machen, wie die Atome aufgebaut sind, wie Moleküle strukturiert sind, wie diese Dinge miteinander interagieren. Er sorgt auch dafür, dass (bio-)chemische Reaktionen in bestimmter Weise ablaufen.

Er regelt beim Menschen den Energiefluss in der energetischen Ebene, die Gefühle in der emotionalen Ebene, die Denkmuster auf der geistigen Ebene und die Ereignisse der karmischen Ebene. Wir lernen im Yoga, dass die Energie dahin geht, wo der Geist ist. Wir erleben, dass die Gefühle da sind, wo der Geist ist (jetzt mal unabhängig davon, ob es sich um positive oder negative Gefühle handelt.) Wir erleben auch, dass unsere Gedanken da sind, wo unser Geist ist (diese Unterscheidung ist jetzt schon etwas anspruchsvoller) und auch, dass das Karma seinen Entwicklungsschwerpunkt immer da hat, wo gerade unser Geist ist.
Es ist dein Geist, der deine Welt formt, niemand anderes.

In unserem Körper wird durch das Ajna-Chakra der Kopf gesteuert – insbesondere die Hypophyse steht hier im Zentrum der Betrachtung, in einem weiteren Sinne auch der Thalamus. Die Hypophyse (Hirnanhangsdrüse) ist die zentrale Steuerungsinstanz für Nerven- und Hormonsystem. Das Ajna-Chakra repräsentiert also auch beim komplexen Menschen das zentrale Steuerungsprinzip. Das ist der Grund, warum das Ajna-Chakra von so vielen Menschen als Meditationspunkt genommen wird. Sie wollen mehr Einfluss auf ihre inneren Welten.

Ebenfalls dem Ajna-Chakra zugeordnet sind alle Hirnfunktionen, die Augen (nicht zu verwechseln mit der Sehkraft, die zum Manipura gehört), die Nase. Über die Augen nehmen wir die Welt wahr, mit ihnen “funkeln” wir zurück. Die Nase ist neben der Luftzufuhr von großer Bedeutung für unsere geistige Klarheit – ist sie verstopft, fühlen wir uns ganz “dumpf” im Kopf. Dann sind Intuition und Intellekt, also klares Denken, beeinträchtigt. Die gesamte geistige Steuerung stochert dann ineffizient im Nebel rum.

“Nichts” Tattva – Samadhi im Sahasrara-Chakra

Yantra des Sahasrara Chakra
Yantra des Sahasrara Chakra

Alles ist Brahman

  1. Reines Sein
  2. Unendliche Wonne
  3. Der Zustand der absoluten Bewusstheit, ein aufmerksamer und achtsamer Geist der frei ist von jeglicher Gedankenaktivität.

 

 

5 Responses to Tattva

  1. Liebe Mahashakti, ich muß mich mal wieder melden. Leider komme ich nicht regelmäßig dazu, Deine Nachrichten zu kommentieren. Ich freue mich aber immer SEHR (!) von Dir zu lesen, da ich die Chakren gerne in meinen Yoga-Unterricht integriere. Deine Ausführungen sind dabei immer wieder hilfreich und inspirieren mich auch zu spannenden Meditationen.
    In diesem Sinne viele liebe Grüße aus Hannover von Gaby

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